Wie schaffe ich dauerhaft Ordnung? 6 Schritte, damit Ordnung bleibt
- Andrea Kranig

- 10. Aug.
- 5 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 11. Aug.
Du hast aufgeräumt. Mal wieder und diesmal vielleicht sogar richtig gründlich.
Alles sieht wunderbar aus.
Und ein paar Tage später?
Küchentisch voll. Klamotten auf dem Stuhl. Papierstapel wieder da. Und Du fragst Dich, wie andere Menschen es eigentlich schaffen, dass ihre Wohnung dauerhaft ordentlich bleibt.
Die gute Nachricht: Dauerhafte Ordnung hat viel weniger mit ständigem Aufräumen zu tun, als Du vielleicht denkst.
Sie braucht vor allem eine gute Grundordnung.

Die kurze Antwort: Wie schaffe ich dauerhaft Ordnung?
Dauerhafte Ordnung entsteht meiner Erfahrung nach in sechs Schritten:
1. Finde Dein persönliches Warum.
2. Miste aus.
3. Sortiere Deine Dinge.
4. Gib jedem Gegenstand einen festen Platz.
5. Gestalte Deine Ordnung so einfach wie möglich.
6. Entwickle Routinen, die zu Deinem Alltag passen.
Wenn diese Grundlage stimmt, musst Du nicht mehr ständig Ordnung schaffen. Du musst die vorhandene Ordnung nur noch erhalten.
Und das ist ein gewaltiger Unterschied.
1 - Finde Dein Warum – warum willst DU eigentlich Ordnung?
Bevor Du auch nur eine Schublade ausmistest, würde ich Dir eine andere Frage stellen:
Warum willst Du überhaupt Ordnung?
Und nein:
„Weil man das eben so macht.“
„Weil meine Schwiegermutter immer etwas sagt.“
„Damit die Nachbarn nicht denken …“
Das reicht für die Durststrecken eher nicht.
Denn Ordnung zu schaffen kostet Zeit, Energie und manchmal auch Überwindung. Du wirst Entscheidungen treffen müssen. Vielleicht an einem Samstag ausmisten, obwohl das Sofa gerade deutlich verlockender aussieht.
Dann brauchst Du einen Grund, der Dir wichtig ist.
Vielleicht möchtest Du endlich wieder spontan Besuch hereinlassen können, ohne vorher in Panik durchs Wohnzimmer zu rasen.
Vielleicht möchtest Du Freunde einladen.
Vielleicht möchtest Du, dass Deine Kinder anders mit Besitz und Ordnung aufwachsen.
Vielleicht merkst Du, dass Dich das ständige visuelle Chaos stresst und Du Dir wünschst, dass Dein Kopf zu Hause endlich ruhiger wird.
Oder Du möchtest morgens nicht schon mit der ersten Suchaktion des Tages beginnen.

Schreib es Dir auf.
Denn genau dieses Warum brauchst Du an den Tagen, an denen Du keine Lust mehr hast.
2 - Miste aus
Jetzt kommen wir zu dem Schritt, den viele gerne überspringen würden.
Ausmisten.
In meiner Arbeit als Ordnungscoach sehe ich immer wieder dasselbe Problem:
Zu viele Dinge auf zu wenig Platz.
Wenn Schränke vollgestopft sind, Schubladen kaum noch schließen und jede freie Fläche als zusätzlicher Stauraum herhalten muss, kannst Du lange nach dem perfekten Ordnungssystem suchen.
Es fehlt schlicht Platz.
Deshalb steht das Ausmisten für mich am Anfang jeder funktionierenden Grundordnung.
Wenn Du nicht weißt, wo Du anfangen sollst, findest Du hier meine Strategien für den Einstieg ins Ausmisten.
Du entscheidest dabei nicht nur, was wegkommt.
Du entscheidest vor allem:
Was darf bleiben und einen Platz in meinem Zuhause bekommen?
3 - Sortiere Deine Dinge
Nach dem Ausmisten wird sortiert.
Ähnliche Dinge gehören zusammen. (Dinge sind Herdentiere)
Erst wenn Du sie zusammenbringst, bekommst Du einen realistischen Überblick darüber, was Du überhaupt besitzt.
Wie viele Kerzen sind es eigentlich?
Wie viele Handtücher?
Wie viele Ladekabel?
Wie viele angebrochene Packungen Geschenkband?
Dieser Überblick hilft Dir anschließend dabei, sinnvolle Plätze zu finden.
Und manchmal führt er übrigens zu einer zweiten kleinen Ausmistrunde.
Denn zwölf fast identische Dinge wirken einzeln betrachtet erstaunlich harmlos.
Nebeneinander plötzlich nicht mehr ganz so sehr.
4 - Gib jedem Gegenstand einen festen Platz
Einer meiner wichtigsten Grundsätze für dauerhafte Ordnung lautet:
Jedes Ding braucht einen festen Platz.
Denn wenn etwas keinen festen Platz hat, musst Du jedes Mal neu entscheiden, wohin Du es räumst.
Und genau dann entstehen diese berühmten Zwischenlager:
Auf der Treppe, auf dem Küchentisch, auf der Kommode, auf dem Stuhl …
„Lege ich erst mal hierhin.“
Dieses „erst mal“ ist ein ziemlich zuverlässiger Produzent von Unordnung.

Wenn Du das Gefühl hast, ständig aufzuräumen und trotzdem nie fertig zu werden, habe ich die häufigsten Ursachen dafür in diesem Artikel zusammengefasst.
5 - Mach Dir Ordnung so einfach wie möglich
Ein fester Platz allein reicht allerdings noch nicht.
Er muss auch sinnvoll sein.
Wenn Du jeden Morgen Deinen Kaffee in der Küche trinkst, sollte das, was Du dafür täglich brauchst, nicht drei Räume weiter in einem wunderschönen Ordnungssystem wohnen.
Beobachte deshalb Deinen Alltag:
Wo benutze ich diesen Gegenstand?
Wie häufig brauche ich ihn?
Wo würde ich ihn ganz automatisch zurücklegen?
Dinge, die Du täglich brauchst, sollten leicht erreichbar sein.
Selten Benutztes darf weiter oben, weiter hinten oder in einem anderen Raum wohnen.
Und noch etwas:
Mach Deine Ordnung nicht komplizierter als nötig.
Wenn Du erst einen Deckel öffnen, eine Kiste herausziehen und drei andere Dinge zur Seite räumen musst, um einen Gegenstand zurückzulegen, stehen die Chancen ziemlich gut, dass er irgendwann auf der Arbeitsplatte liegen bleibt.

6 - Entwickle Routinen, die zu Deinem Alltag passen
Jetzt ist die Grundordnung da.
Und erst jetzt kommen Routinen ins Spiel.
Denn Routinen können keine fehlende Grundordnung ersetzen.
Wenn Deine Schränke überfüllt sind und die Hälfte Deiner Sachen keinen festen Platz hat, kannst Du Dir noch so oft vornehmen, jeden Abend 15 Minuten aufzuräumen.
Du wirst immer wieder gegen dasselbe Problem arbeiten.
Mit einer guten Grundordnung werden Routinen dagegen plötzlich klein.
Zum Beispiel:
Die Küche jeden Abend aufräumen.
Post direkt bearbeiten und regelmäßig ablegen.
Einkaufstaschen nach dem Einkauf wieder ins Auto bringen.
Betten jeden morgen machen.
Einmal pro Tag herumliegende Dinge einsammeln.
Welche Routinen funktionieren, hängt von Deinem Alltag ab.
Du brauchst nicht die perfekte Morgenroutine aus irgendeinem Instagram-Reel.
Du brauchst Abläufe, die Du tatsächlich machst.
Dauerhafte Ordnung bedeutet nicht,
dass es immer ordentlich ist
Das ist mir wichtig.
Auch in einem gut organisierten Zuhause liegen Dinge herum.
Es wird gekocht. Gearbeitet. Gespielt. Besuch kommt. Menschen sind krank. Wochen sind voll.
Ein Zuhause ist kein Möbelhaus.
Der Unterschied liegt woanders:
In einem Zuhause mit funktionierender Grundordnung weißt Du, wohin die Dinge zurückgehören.
Dadurch kannst Du nach einer chaotischen Phase relativ schnell wieder zum Ausgangszustand zurückkehren. (Ich brauche für 160 qm ca. 20 Minuten.)
Für mich ist genau das dauerhafte Ordnung.
Nicht: Es sieht immer perfekt aus.
Sondern:
Du weißt, wie Du wieder zur Ordnung zurückkommst.

1 - Warum kann ich meine Ordnung nicht halten?
Häufig fehlt die Grundordnung.
Es sind zu viele Dinge vorhanden, Gegenstände haben keinen festen Platz oder das Ordnungssystem ist im Alltag zu kompliziert.
Dann wird Aufräumen jedes Mal zu einer neuen Aufgabe, statt Dinge einfach an ihren Platz zurückzubringen.
2 - Muss ich jeden Tag aufräumen, damit es ordentlich bleibt?
Jein. Kleine tägliche Routinen können helfen, aber eine funktionierende Grundordnung sollte Dir Arbeit abnehmen.
Wenn Du jeden Tag sehr viel Zeit mit Aufräumen verbringst, lohnt es sich zu prüfen, ob zu viele Dinge vorhanden sind oder feste Plätze fehlen.
3 - Muss ich zuerst ausmisten oder organisieren?
Ich empfehle fast immer: erst ausmisten, dann organisieren.
Sonst investierst Du Zeit und möglicherweise Geld darin, Dinge zu organisieren, die Du eigentlich gar nicht mehr brauchst.
4 - Wie lange dauert es, eine Grundordnung zu schaffen?
Das hängt von der Größe Deines Zuhauses, der Menge Deiner Dinge und davon ab, wie leicht Dir Entscheidungen beim Ausmisten fallen.
Versuche deshalb nicht, Deine komplette Wohnung an einem Wochenende zu verändern.
Plane lieber konkrete Bereiche und feste Zeiten dafür ein. dauerhaft ordnung wie schaffe ich
Du möchtest anfangen, weißt aber nicht womit?
Eine Grundordnung beginnt für mich fast immer mit dem Ausmisten.
Und dafür musst Du nicht gleich Dein komplettes Zuhause auf den Kopf stellen.

Alles Liebe von
Andrea
AUFGERÄUMT & EINGERICHTET

Über die Autorin
Andrea Kranig ist TÜV-zertifizierter Ordnungscoach und Gründerin von AUFGERÄUMT & EINGERICHTET. Seit 2017 begleitet sie Menschen vor Ort und online dabei, auszumisten, eine funktionierende Grundordnung zu schaffen und Ordnungssysteme zu entwickeln, die im Alltag funktionieren.


