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Ausmisten: Wo fange ich an?

  • Autorenbild: Andrea Kranig
    Andrea Kranig
  • 19. Jan.
  • 4 Min. Lesezeit

Die besten Ausmiststrategien für Anfänger.

Ich kann Dir 1000 Ordnungstipps geben. Warum tust Du sie dann nicht?


Zugegeben, diese erste Zeile finde auch ich ziemlich provokant.


Aber worauf ich hinaus will:


Folgendes ist Dir wahrscheinlich nicht unbekannt: Du liest Tipps und schaust Tutorials, wie Du endlich Ordnung schaffst, speicherst sie ab … und dann bleibt alles beim Alten.


Warum ist das so?


Weil Ordnung nicht nur vom Wissen, sondern vor allem vom Tun lebt.

Das Problem ist oft nicht der fehlende Tipp, sondern die Frage:


Wie fange ich an und bleibe dran?

richitg Ausmisten

Die kurze Antwort: Wo fange ich beim Ausmisten an?

Wenn Du mich als Ordnungscoach fragst, wo Du mit dem Ausmisten anfangen sollst, gibt es für mich zwei gute Antworten:


Entweder da, wo der größte Schmerz ist – oder da, wo es Dir am leichtesten fällt.


Gibt es einen Bereich, der Dich jeden einzelnen Tag nervt, Dir Zeit raubt oder bei dem Du regelmäßig denkst: „So kann das nicht bleiben“? Dann fang genau dort an. Die Veränderung wirst Du besonders deutlich spüren.


Bist Du dagegen gerade so überfordert, dass Du überhaupt nicht weißt, wie Du anfangen sollst? Dann mach es Dir leicht. Nimm eine kleine, möglichst unemotionale Kategorie oder einen überschaubaren Bereich, bei dem Dir Entscheidungen leichtfallen.


Der beste Anfang ist der, der Dich ins Tun bringt.


Warum Ausmisten überhaupt der erste Schritt ist

Nach meiner Erfahrung ist der Hauptgrund für Unordnung fast immer derselbe:


Zu viel Zeug auf zu wenig Platz.


Denn wenn Deine Schränke, Regale und Schubladen bereits voll sind, kann nicht jeder Gegenstand einen sinnvollen festen Platz bekommen.


Du kannst dann noch so viel sortieren und aufräumen – das Grundproblem bleibt.


Und wenn Du jetzt weißt, wo Du anfangen möchtest, helfen Dir die folgenden Strategien dabei, auch wirklich loszulegen.



5 Strategien, die Dir den Anfang leichter machen


1 - Mit einem kleinen Projekt beginnen.

Den Anfang zu finden, ist häufig das Schwierigste.


Am einfachsten ist es daher, mit einem kleinen, möglichst unemotionalen Projekt anzufangen – zum Beispiel mit einer einzelnen Schublade.


Du musst nicht gleich den kompletten Keller ausmisten.


Ein überschaubarer Bereich hat einen entscheidenden Vorteil: Du kannst ihn tatsächlich fertigstellen.

Und dieses erste sichtbare Ergebnis motiviert Dich weiterzumachen.


2 - Plane genug Zeit ein und schätze das Projekt realistisch ein

Einen ganzen Raum auszumisten, kann mitunter einen ganzen Tag dauern.


Unterteile größere Räume deshalb in kleinere Bereiche und entscheide danach, wie viel Zeit Du gerade zur Verfügung hast.


Hast Du 30 Minuten? Dann nimm Dir nicht das komplette Schlafzimmer vor.


Plane außerdem die Zeit ein, die Du anschließend für die Entsorgung der aussortierten Gegenstände brauchst.


Sonst endet Deine Ausmistaktion womöglich damit, dass Du zwar großartig aussortiert hast – aber anschließend zwischen fünf Säcken und drei Kartons sitzt.


3 - Die „Drei-Kisten-Methode“

Stelle Dir beim Ausmisten drei Kisten oder Bereiche bereit:


Behalten

Spenden/Verkaufen

Entsorgen


So triffst Du bei jedem Gegenstand direkt eine Entscheidung und vermeidest, dass Du während des Ausmistens immer neue Stapel produzierst.


4 - Ergänze eine vierte Kiste: „Gehört nicht in diesen Raum“

Diese vierte Kiste empfehle ich sehr gerne.


Darin sammelst Du alle Gegenstände, die Du während des Ausmistens findest und die eigentlich in einen anderen Raum gehören.


Warum?


Damit Du Dich nicht verzettelst.


Denn sonst bringst Du schnell „nur mal eben“ einen Gegenstand ins Schlafzimmer, entdeckst dort die herumliegende Wäsche, bringst diese ins Bad – und eine halbe Stunde später bist Du überall beschäftigt, nur nicht mehr dort, wo Du angefangen hast.


Räume die vierte Kiste deshalb erst am Ende Deiner Ausmisteinheit auf.


So bleibst Du bei Deinem ursprünglichen Projekt.


5 - Bring aussortierte Sachen zeitnah weg

Dieser Punkt ist mir besonders wichtig:


Was gehen soll, sollte Dein Zuhause möglichst schnell verlassen.


Ich rate dringend davon ab, aussortierte Dinge erst einmal in Garage, Keller oder Dachboden zwischenzulagern.


Dort stehen sie dann.


Und irgendwann schaust Du sie vielleicht noch einmal durch und beginnst dieselben Entscheidungen von vorne.


Plane deshalb schon vor Deiner Ausmisteinheit, was anschließend mit den Sachen passiert:


Wann fährst Du zum Wertstoffhof?

Wo kannst Du Spenden abgeben?

Welche Dinge möchtest Du tatsächlich verkaufen?

Und wann bringst Du sie dorthin?


Ausgemistet ist für mich erst dann wirklich ausgemistet, wenn die Dinge Dein Zuhause verlassen haben.


Und was, wenn Du trotzdem nicht weiterkommst?


Wenn Du jetzt motiviert startest, sage ich erst einmal:


Herzlichen Glückwunsch! Super, dass Du begonnen hast.


Vielleicht merkst Du aber nach kurzer Zeit, dass das eigentliche Problem gar nicht darin besteht, Dinge aus dem Schrank zu holen.


Sondern darin, Entscheidungen zu treffen.


Kann das weg?

Was mache ich damit?

Was, wenn ich es irgendwann doch noch brauche?

Darf ich etwas weggeben, das einmal teuer war?


Ausmisten ist keine angeborene Fähigkeit.

Es ist etwas, das man lernen kann.

Ein bisschen wie Fahrradfahren: Am Anfang ist vieles gleichzeitig zu beachten. Mit der Zeit werden die Entscheidungen leichter und Du wirst sicherer.



Du möchtest beim Ausmisten endlich einen Anfang finden?

Wenn Du gerade vor Deinen Sachen stehst und überhaupt nicht weißt, mit welcher Kategorie Du anfangen sollst, habe ich dafür meinen kostenlosen Leitfaden „Ausmisten nach Kategorien“ erstellt.


Werbe-Banner mit Laptop, Notizbuch, Brille und Kaffee; Text: Mein kostenloser Leitfaden, AUSMISTEN NACH KATEGORIEN, Hier klicken.

"Ausmisten - wo fange ich an?" - das fragst Du Dich dann garantiert nicht mehr!

Und wahrscheinlich geht es Dir nach dem Ausmisten dem Leitfaden genauso, wie meiner Kundin, nachdem wir gemeinsam ihren Aufräumprozess abgeschlossen hatten:


Hand schiebt Schublade eines hellen Holzregals mit Marmorplatte; Vase und Becher oben, Text: Ich wusste gar nicht,

Alles Liebe

 

Andrea



Lächelnde Frau mit Brille und beigefarbenem Rollkragenpullover vor schwarzem Hintergrund.

 Über die Autorin


Andrea Kranig ist TÜV-zertifizierter Ordnungscoach und Gründerin von AUFGERÄUMT & EINGERICHTET. Seit 2017 begleitet sie Menschen vor Ort und online dabei, auszumisten, eine funktionierende Grundordnung zu schaffen und Ordnungssysteme zu entwickeln, die im Alltag funktionieren.

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